Hey, you can also read this page in English.

Zero Waste Weihnachten in Leipzig

Celia Somlai · December 11, 2020

Jedes Jahr dieselbe Frage: Was macht man nur zu Weihnachten? Je nach kulturellen und familiären Hintergrund ist das eventuell gar nicht so leicht zu beantworten. Schließlich steht Weihnachten ja auf der einen Seite für Einkehr, Ruhe und Traditionen, bedeutet oft aber auch Stress, Konsum und übermässiger Genuss.

Die einfachste Lösung wäre es natürlich so wie unser Zero Waste Living in Leipzig Mitglied - Henna zu machen und Weihnachten einfach zu ignorieren. Kein Baum, keine Deko, keine Geschenke. Auch wenn sich das durchaus sehr befreiend anhört, ist es sicherlich keine Lösung für jedermensch. Also, lasst uns mal schauen, wie man über die Feiertage am besten so wenig verschwenderisch wie möglich sein kann.

Hey hey!

Zuerst eine kurze Bemerkung: Ich habe diesen Blogpost schon vor den derzeit gültigen Corona Beschränkungen geschrieben und einige Punkte sind jetzt vielleicht weniger relevant und die habe ich erstmal rausgestrichen - z.B. gibt es ja jetzt leider keine Weihnachtsmärkte dieses Jahr. Dennoch hoffe ich, dass es hier doch noch ein paar hilfreiche Tipps und Tricks gibt, um ein müllarmes und erfreuliches Fest zu begehen. Bleibt gesund, meine Freunde!

Mahlzeiten und Lebensmittel

Ich denke, das allerwichtigste ist und bleibt, es zu vermeiden, Lebensmittel wegschmeissen. Also, versuche nicht zu viel zu kaufen, zu kochen oder zu backen. D.h. also nur so viel einzukaufen und zu verarbeiten, wie man im Kreise seiner Liebsten auch verputzen kann. Und wenn man doch mal zu viel übrig hat, dann sollte man es rechtzeitig einfrieren oder weiterverteilen. Ich benutze vor allem die Foodsharing Leipzig Gruppe auf Facebook oder bringe Lebensmittel zu einem der Fairteiler in meiner Nähe, die vom Foodsharing Netzwerk betrieben werden. Es gibt auch viele Telegram Gruppen, um Lebensmittel direkt zu teilen, z.B. eine für Leipzig generell oder auch auch lokal für Ost, West und Südost.

Beim Einkaufen sollte man natürlich darauf achten auch nur so viel zu kaufen, wie man braucht. Das geht am besten in Unverpackt Läden. Auch wenn es am Anfang vielleicht etwas komisch ist z.B. nur 10 Nelken und zwei Teelöffel Zimt zu kaufen, daran gewöhnt man sich schnell und man wird auch nicht komisch angeschaut. Ich habe bereits in einem anderen Blogpost eine Liste von Unverpackt Läden und Läden wo man verpackungsfrei Lebensmittel kaufen kann, zusammengestellt.

Auf den Seiten der Initiative Einmal Ohne Bitte findet Ihr auch eine schöne Übersichtskarte mit allen verpackungsfreien Läden in und um Leipzig.

Um die Umweltbilanz des eigenen Festessens zu verringern, kann man natürlich auch einmal versuchen auf Fleisch und Milchprodukte zu verzichten und vegetarische und vegane Varianten auszuprobieren (wenn die Liebsten mitmachen). Die Milch- und Fleischproduktion erzeugt nämlich ca. 14,5% der globalen Treibhausgase uns ist somit, laut der New York Times, genauso schädlich wie Autos, LKWs, Flugzeuge und Schiffe zusammen genommen.

Deko

Am besten ist es auf jeden Fall, einfach die Weihnachtsdeko zu benutzen, die man schon hat. Und sicherlich lagert irgendwo in einer Kiste im Keller noch ein bisschen Deko, die man schon ein paar Jahre nicht mehr genutzt hat. Andererseits könnte man man z.B. auch Weihnachtskarten in eine Weihnachtsgirlande umfunktionieren. Wie das geht, hat Mr. Bean ja schon in den 90’ern demonstriert.

Der Weihnachtsbaum - Es ist wirklich schade, wenn man einen lebenden Baum nur für ein paar Tage oder Wochen als Deko ins Wohnzimmer stellt und er danach zerhäckselt wird. Besser wäre es doch, einen Baum zu haben, an dem man Jahr für Jahr seine Freude haben kann. Kaufe Dir eine heimische Tanne im Topf, statt einer abgeschlagenen. So kann sie auch im neuen Jahr weiter leben und muss nicht entsorgt werden - auch wenn ich gehört habe, dass es so ein eingetopfter Baum nicht unbedingt bis zum nächsten Fest schafft. Einen Versuch wäre es wert. Wenn Ihr dennoch mit einem toten Baum endet, dann gibt es hier eine Liste der Stadtreinigung Leipzig, wo man alten Weihnachtsbäume ablegen kann, damit sie abgeholt werden können. Es wäre mal interessant zu wissen, was mit den gesammelten Bäumen passiert. Ich werde mal nachforschen und hier berichten, wenn ich mehr weis.

Falls Ihr noch einen dieser künstlichen Plastik-Weihnachtsbäume rumliegen habt, dann benutzt doch einfach den so lange wie es geht. Auch wenn er aus Plastik ist, sollte man Dinge so lange benutzen, wie sie funktionieren und nicht einfach so wegschmeissen. Kauft eben nur keinen neuen!

Weihnachtsdeko kann man auch aus einfachen Dingen machen wie Zimtstangen, getrockneten Orangenscheiben, Popcorngirlanden oder Dinge, die man in der Natur findet, wie Tannenzapfen oder Stechpalmenzweige. Viel Spaß macht es auch, Baumdeko zu backen (z.B. als Plätzchen) und sie dann nach und nach vom Baum zu naschen.

Falls Ihr neue Deko braucht, dann investiert am besten in Deko, die lange hält, aus natürlichen Materialien besteht, und die wertig, gut verarbeitet und zeitlos ist. Versuche billig produzierte minderwertigem Plastik zu vermeiden. Und auf keinen Fall etwas mit Glitzer benutzen! Selbst der Bio-Glitter ist genauso schlimm für aquatische Lebewesen wie der traditionelle Plastik-Glitzer. Das hat eine wissenschaftliche Studie unter Führung von Dr. Dannielle Green von der englischen Anglia Ruskin University kürzlich herausgefunden.

Geschenke

Aktivitäten

Ich verschenke gerne Gutscheine für gemeinsame Aktivitäten - das kann etwas selbst ausgedachtes sein oder etwas, was man kaufen kann.

Ein paar Ideen habe ich hier gesammelt:

  • Spaziergänge in der Natur mit einem heißen Tee oder Glühwein aus der Thermoskanne (achte nur auf das Alkoholverbot in der Öffentlichkeit während des Lockdowns über Weihnachten)
  • Eine Schnitzeljagd durch die Stadt, macht auch mit Kindern viel Spaß!
  • Eine Craft-Bier Verkostung im Kreise der Familie. Einfach ein paar lokale und nachhaltige Biere probieren, wie z.B. das neue New England IPA - PLANET A - RETTERBIER - von Rettergut und Brewdog, für das Nicht-ganz-so-schöne Aprikosen und unverkauftes Brot zum Brauen verwendet werden (keine Werbung, ich finde nur die Idee super gut).

Und wenn es etwas Vorgefertigtes sein soll:

  • Man kann bei der Ludothek in Leipzig Brettspiele ausleihen.
  • Mit der Leipzig Card kann man Leipzig erkunden.
  • Es gibt bereits Frühbucher-Tickets für das kommende Zero Waste Berlin Festival im Sommer 2021 in der Malzfabrik. Ich geh auf jeden Fall hin!

Ihr könnt Eure Lieben auch mit Jahresmitgliedschaften für den Zoo Leipzig, die Oper, oder Kinos, Theater und Museen überraschen.

Natürlich könnt Ihr auch eine Spende im Namen von jemand anderem machen und das gute Karma verschenken, z.B. für den Ökolöwen (Spende für den Ökolöwen statt Geschenke) oder den BUND.

Essbare Geschenke

Hier gibt es bereits einen Blogeintrag mit einer Liste von lokalen und nachhaltigen Produkten Made in Leipzig. Oder macht was selbst. Es gibt super viele Ideen online und eine gute Freundin von mir hat hier (auf englisch) viele leckere Rezepte gesammelt. Dieses Jahr verschenken wir z.B. selbst angesetzten Quitten-, Orangen und Zitronenschnaps. Eine weitere tolle Initiative ist Crowdfarming. Dort kann man Frucht- oder Nussbäume und Sträucher aber auch gleich ganze Kartfoffelfelder adoptieren und bekommt dann die leckeren Erzeugnisse direkt vom Bauern zugeschickt nach der Ernte. Es gibt z.B. Organgen, Clementinen und Zitronen-Patenschaften aber auch Goji-Beeren aus Deutschland und Avocados aus Spanien. Damit unterstützt man die Erzeuger direkt und der oder die Beschenkte hat etwas leckeres und nachhaltig Produziertes.

Dinge verschenken

Ich überrasche Leute gern mit Samen, damit man im kommenden Jahr das eigene Gemüse züchten kann - oder, dem Klassiker, einem (e)-Buch, das mir gut gefallen hat.

Andrea, aus unserer Zero Waste Living in Leipzig Community, stellt selbstgemachte Origami-Taschen auf Stoffresten her. Schaut sie Euch mal bei Instagram an.

Den Leipziger Rezeptkalender kann man online vom Ernährungsrat oder in vielen der Unverpackt Läden kaufen.

Und vergesst nicht, dass gebrauchte Geschenke aus zweiter Hand durchaus eine preiswerte und nachhaltige Alternative sein können - also schnell noch bei eBay Kleinanzeigen nachschauen.

Geschenke einpacken

Am besten wäre es vom Einmalgeschenkpapier wegzukommen und etwas zu nehmen, was man mehrmals nutzen kann oder was recycled ist. Da bieten sich alte Stoffreste, und die schon angesprochenen Origami-Taschen an - das sind dann sogar gleich zwei Geschenke auf einmal. man kann aber auch ganz einfach alte Zeitungen oder Packpapier nutzen, wenn man sonst nichts zur Hand hat. Das hat auch seinen Charme, wenn ihr mich fragt